Blog von Andreas Laux
BBC streicht Stellen
Auch die Briten sind offensichtlich gebührenfaul. Die öffentlich-rechtliche BBC muss jetzt sogar 2500 Stellen streichen und ihre Fernsehzentrale in der britischen Hauptsstadt verkaufen. Der Grund: Der Rundfunkanstalt fehlen zwei Milliarden Pfund in der Kasse.
Weil andernorts eingestellt wird, fallen unterm Strich 1800 Stellen weg. Eine Rechnung, die die Gewerkschaften kaum beruhigen wird. Die Arbeitnehmervertreter haben massive Proteste angekündigt.
Big Brother 8: Casting bei sevenload
Bewerber um einen der Containerplätze in der achten Big-Brother-Ausgabe können schon vor dem Hauptcasting auf der Videoplattform sevenload ihre Eignung als Insasse unter Beweis stellen.
Die exibitionistisch Veranlagten können ab heute Videos hochladen, die sie bei BB-relevanten Tätigkeiten zeigen - also Rumlungern, Ketterauchen und Partnertauschen. Die zehn Besten bekommen von der Community Wildcards für das Hauptcasting Mitte November in Köln.
Ab Sendestart im Januar 2008 wird sevenload dann exklusiv die Internetpräsenz der Überwachungsshow übernehmen.
Sevenload mit Sitz in Köln ist die YouTube-Adaption der Burda-Gruppe. Daneben versuchen in Deutschland noch RTL (Clipfish) und ProSiebenSat.1 (MyVideo.de) der Mutter aller Videoplattformen User abspenstig zu machen.
siehe auch: DWDL.de
Joost-Alternative bald mit ARD und ZDF?
Ein Zugang zum Internet-Fernsehdienst Joost der Skype-Gründer Janus Friis und Niklas Zennström ist vielen Mac-Usern bisher versagt geblieben. Dann nämlich, wenn sie einen PowerPC ohne Intel-Prozessor haben. Joost hat es in den vergangenen acht Monaten nicht geschafft, eine Version seiner Software für die leicht bemoosten Apple-Rechner zur Verfügung zu stellen.
Aber auch für die Abgehängten gibt es mittlerweile Breitband-TV. Die Software des Schweizer Dienstes Zattoo läuft auch auf PowerPCs und ist vor einer Woche in Deutschland gestartet.
Das Design ist spartanischer als bei Joost, aber es funktioniert. 21 Channel sind im Angebot: Tier TV, TV Gusto und The Poker Channel, aber auch Comedy Central, CNN und der englische Dienst von Al Jazeera. Bisher alles kostenlos.
Nach Informationen des Fachdienstes epd-medien wollen auch ARD und ZDF ihr Angebot demnächst auf Zattoo zur Verfügung stellen. Viele Medienmenschen schäumen schon angesichts der erneut unter Beweis gestellten öffentlich-rechtlichen Aggressivität in Sachen Web-TV.
via: turi2.de
Zattoo gestartet: rp-online
UPDATE, 25. September 2007: Joost könnte wohl schon, aber Joost will keine PowerPC-Version entwickeln - endgültig.
Na dann: Tschüß!
Spock.com: Politikwissenschaftler ein "Nazi leader"?
Die Personensuche via Internet hat ihr erstes prominentes Verwechslungsopfer. Wer unter Spock.com nach "Walter Gross" sucht, sieht neben dem ersten Treffer ein Foto des Göttinger Politikwissenschaftlers Franz Walter. Daneben steht das Schlagwort "Nazi leader".
Spock hat den englischsprachigen Wikipedia-Eintrag über den NS-Rasseideologen Walter Gross, der 1945 in Berlin starb, mit dem Bild des Parteienforschers verknüpft.
Üble Verleumdung kann kaum der Grund für die hahnebüchene Verwechslung sein, sondern vielmehr eine Schwachstelle im Spock-System. Das Bild, das Spock verwendet, stammt von der Uni-Homepage von Franz Walter. Die Großansicht des Fotos trägt den Dateinamen "walter_gross.jpg". Das reichte Spock offenbar als Beweis dafür, dass es sich bei dem Dargestellten um die Nazigröße Walter Gross handeln muss.
Professor Walter kündigte am Telefon an, gegen die Verknüpfung vorgehen zu wollen. Wie lange Spock braucht, um den Fehler zu beheben, bleibt offen.
Die lebhafte Diskussion um Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung, die Spock mit dem Start seiner öffentlichen Beta-Version Anfang August in Deutschland ausgelöst hat, wirkt vor dem Hintergrund dieses Verwechslungsfalls eher komisch. Denn wie viel kann Spock schon über Otto Normaluser verraten, wenn richtige Verknüpfungen bereits an einem Dateinamen scheitern?
siehe auch: Badische Zeitung
UPDATE: Auch die anderen beiden Fotos, die mit dem Spock-Datensatz von Walter Gross verknüpft sind, zeigen nicht den Nazi. Das eine Bild stellt den deutschen Schauspieler Walter Gross dar, das andere den Schweizer Lyriker Walter Gross - beide ganz und gar unverdächtig, Freunde des NS-Regimes gewesen zu sein. Wenigstens stimmt in diesen beiden Fällen der Name.
UPDATE II: SpOn hat noch mehr kuriose Verwechslungen aufgetan.
UPDATE III: Es ist passiert. Das Bild ist weg. Freitag, 31. August 2007, 19 Uhr.
Politically Incorrect erklärt die Welt
Stefan Herres, Frontmann von Politically Incorrect, dem Blog, dessen Leser sich nicht immer durch unbedingte Verfassungstreue auszeichnen, hat im Chat bei dol2day sein Bild von einem wahrhaft aufrechten Journalismus verbreitet.
Das Transkript des Chats liest sich sehr spannend. Ein wahres rhetorisches Zuckerstück präsentiert Herres gleich zu Beginn:
"Solange bei jeder Straftat, die ein Rechtsextremer begangen hat, gesagt wird, dass es eine rechtsextreme Tat war, solange muss man auch sagen dürfen, dass Migranten Gewalt verüben."
Endlich spricht's mal einer aus!
"Rechtsextremer begeht Unfallflucht" - "Nazi-Banker betrügt Millionen Kleinanleger" - "Fascho-Glatze spannt am FKK-Strand". Erst wenn wir solche Schlagzeilen nicht mehr lesen müssen, ja dann, erst dann ist der Ladendieb, dessen Eltern aus der Türkei kommen, kein Türke mehr, sondern nur noch ein Ladendieb.
Und bis dahin kann er uns ja weiter die Frauen ausspannen und Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen.
via: Medienblogger
Meine erste Gummipuppe
Wer will sich da noch über sein Parktikantendasein beklagen? Hielt gestern zum ersten Mal eine vermeintlich erotische Gummipuppe in Händen.
Die Badische Zeitung wurde - wie offenbar alle deutschen Redaktionen (1, 2) - von einem einschlägigen Postversand mit Analkugeln, Dildos und anderen Köstlichkeiten aus einer sexuell extravaganten Parallelgesellschaft bombadiert. Die Sendung kam in der sprichwörtlichen neutralen Verpackung.
Man streitet hier noch, ob die Blondine und die Gummi-Phalli in den gelben Sack oder den Restmüll kommen.
Don Alphonso ./. Bodenhaftung
Blogger-Schwergewicht Don Alphonso hat die Streichung eines Blog-Eintrags erzwungen. Ziel seines verbal-juristischen Dampfhammers war diesmal nicht ein kommerzielles Internet-Angebot oder eine Wettbewerber aus der A-Blog-Liga, sondern eine Leipziger Journalistikstudentin, die ihre inkriminierten Aussagen unter anderem bei der Thüringer Blogzentrale veröffentlicht hatte.
"Franzzi" hatte einen Auftritt Alphonsos vor Studenten in Leipzig rezensiert. Des Bloggers Auftreten, der von sich selbst behauptet, die Welt besser machen zu wollen, nicht den Abschaum, wurde von der Studentin als herablassend dargestellt. Soweit kein Fehler.
Die Studentin zitierte ihn zudem mit den Worten „Alle Journalisten sind zynische Dreckschweine“. Ein großer Fehler. Denn Don Alphonso hatte vielmehr gesagt: „Journalisten sind zynische Dreckschweine“ (bisher unwidersprochen hier zitiert und hier noch mal klargestellt). Der manifeste Unterschied dürfte sich lediglich Don Alphonso und seiner Anwältin erschließen.
Die eingeschüchterte Studentin strich den Eintrag. Fortan steht dort zu lesen:
„Der Beitrag wurde zur Vermeidung weiterer Streitigkeiten entfernt.“
Der geschmackssichere Don, der unter anderem einen Kommentator zu dem Blog-Eintrag als „abgebrochener Psychoklempner“ titulierte, feixte anschließend:
Unklar bleibt, warum Don Alphonso nicht in einem der zehn Kommentare, die er innerhalb von zwei Tagen bei der Thüringer Blogzentrale zu dem Thema absetzte, auf die erschreckend kapitale Falsch-Zitation eingegangen war.
Siehe auch: Niggemeier
Betreff: Titelgeschichte
Leser-Blatt-Bindung mal anders. Peter Jansen aus Hamburg schrieb einen Leserbrief an die Spiegel-Redaktion, der in der aktuellen Ausgabe abgedruckt wurde:
"Da mein Mini-Abo nur noch über drei SPIEGEL-Ausgaben läuft, bitte ich noch um Titelgeschichten über folgende Personen: Heidi Kabel, Inge Meysel und Marika Rökk."
So einfach ist das? Gut, dann mach' ich das jetzt auch:
Lieber Ronald McDonald, da meine finanziellen Ressourcen momentan arg beschränkt sind, bitte ich um Aushändigung dreier BigMäc-Menus zum Vorzugspreis von einem Euro.
Nee, jetzt hab ich's:
Lieber Verkehrsminister, da mein Tank nur noch halb voll ist, bitte ich um den Abriss Bonns und seine maßstabsgetreue Wiedererrichtung sowie die Ansiedlung seiner Bewohner kurz hinter Würzburg.
Vielleicht klappt's ja ...
gefunden bei: medienlese.com
BILD packt Umzugs-Kartönchen
Kai Diekmanns Umzugs-Projekt kommt bei den BILD-Mitarbeitern offensichtlich nicht so gut an. Jetzt hat der Verlag seine Pläne abgespeckt. Statt der anvisierten 700 Mitarbeiter sollen nur noch 500 Leute ihren Schreibtisch nach Berlin verfrachten. Der Vertrieb und die Logistik verbleiben vorerst in Hamburg.
Auch Diekmanns Leib-und-Magen-Termin für die erste BILD-Ausgabe aus der Hauptstadt - der diesjährige Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober - wird nicht einzuhalten sein. Der Verlag peilt jetzt das Frühjahr 2008 für den Umzug an.
Vielleicht hätte Häuptling Großer Kai erst seinen Indianer sagen sollen, dass das Tipi weiterzieht, bevor er den Rest der Welt Anfang des Monats via FAZ davon informierte.
via: DWDL.de




