Presserat verteilt Rügen - Bielefeld gewinnt vor BILD!
Die Beschwerdeausschüsse des Kontrollgremiums des Deutschen Presserats haben bei ihren jüngsten Sitzungen fünf Rügen ausgesprochen. Zwei dieser Rügen gehen an die BILD; war aber nichts Großes: wegen Vorverurteilung eines 19-jährigen mutmaßlichen Straftäters und wegen unzulässiger Suizidberichterstattung. Die Rügen blieben nicht-öffentlich, aber gut zu wissen, dass der Presseratg trotz des täglichen BILD-Boulevard-Geballers noch nicht abgestumpft ist und überhaupt reagiert.
Eine ebenfalls nicht-öffentliche Rüge ging an den "Rundblick Nord-Report" dessen Verlag (Drei-Quellen-Verlag) in Hannover sitzt: Er hatte Russlanddeutsche als "Landplage" bezeichnet. Da hat der Verlag wohl nur aus der rechten Quelle geschöpft.
Die öffentlichen Rügen gingen beide in die heimliche Medienhauptstadt Bielefeld: Die "Neue Westfälische" erhielt eine, weil sie in zwei Artikeln auf der Titelseite und der ersten Lokalseite die neue Bio-Pizza eines regionalen Produzenten ausführlich und positiv gewürdigt hatte. Der Presserat sieht "die Grenze zur Schleichwerbung überschritten". Die zweite öffentliche Rüge kassierte die Zeitschrift "Aktiv Radfahren" für ihr Spezialheft "RadParadiese 2007", weil Textauszug und Fotomotiv einer Bahn-Anzeige in redaktionellen Beiträgen auftauchten.
Damit gewinnt Bielefeld mit zwei öffentlichen Rügen vor dem als unschlagbar geltenden Top-Favoriten BILD mit zwei nur nicht-öffentlichen Rügen! Hut ab, Bielefeld!
via: kress

