Glosse: "Wir bewegen Kunden"

Anatol Munz – 8. Dezember 2006 – 15:55
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Danke, Herr Dr. Klaus Zumwinkel. Vergessen die Zeiten, in denen wir durch dickes Panzerglas brüllen mussten. Heute trennt uns von den Servicekräften im Firmendress nur noch ein luftiger Schalter. Die Deutsche Post und wir - sind uns näher gekommen. Haben aus einer spröden Behörde ein serviceorientiertes Unternehmen gemacht. Mit Milliardengewinn. Dazu ein Slogan, der zieht: "Wir bewegen die Welt."

Das waren keine leeren Worte. Wir sind viel gelaufen in letzter Zeit. Zum nächsten Briefkasten, nur acht Blocks entfernt. Oder zur Paketfiliale, im nächsten Viertel. Weil aus vielen Filialen ein Postpoint wurde. Und Postpoints eben kein Lager haben. Wenn wir ein Paket verschicken wollten, haben wir uns angestellt. Hinten, versteht sich. Die Schlangen vor den Schaltern wurden nämlich länger und länger. Nach zehn Minuten haben wir dann unser Paketset gekriegt, es zurecht gebastelt und uns wieder angestellt. Hinten, versteht sich. Danach durfte man es aufgeben. Und, wer wollte, noch eine Briefmarke kaufen. Aber nur, wenn man die neun praktischen Reservemarken gleich mitnimmt.

Herr Dr. Zumwinkel, warum können wir eigentlich keine Briefumschläge im 550-er Pack oder Pakete im 275-er Set kaufen? Es wäre auch schön, wenn wir am Schalter statt Kleingeld diese vielen Centbriefmarken kriegen könnten. Die, die der Briefmarkenautomat vor der Filiale immer ausspuckt. Und dann fragt, ob wir dafür eine Quittung haben wollen.

Dann hätten wir nämlich alles zu Hause. Briefumschläge, Pakete und viele Briefmarken. Und müssten nicht so oft zur Post laufen. Und anstehen. Hinten... verstehste?