Porträt: Franz Maget: Leiden mit Humor
OB-Aspirant in München oder wieder Spitzenkandidat der Bayern-SPD im Wahljahr 2007? Franz Magets politische Zukunft wird sich bald entscheiden – dass er weiter eine wichtige Rolle in Bayern spielen wird, ist gewiss
Franz Maget mag seine Stadt. Er spricht ihre Sprache, weiß um ihre versteckten Ecken. Er schätzt ihre Einwohner, obwohl er gelegentlich vom einen oder anderen CSU-Anhänger „angeschmarrt“ wird. Franz Maget kennt München und die Münchner. Er könnte bald das oberste Amt dieser Stadt übernehmen und Christian Ude als OB beerben. Könnte er. Wenn er sich dafür und gegen einen erneuten Antritt als Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf entschließt und - vor allem - wenn Ude sich wirklich dazu entscheidet, nicht selbst noch einmal anzutreten.
„Die Vorstellung, Oberbürgermeister von München zu sein, ist eine sehr schöne“, sagt der gebürtige Münchner Maget, der in einfachen Verhältnissen im Norden der Stadt aufgewachsen ist und heute mit seiner Familie in einem Reihenhäuschen am Lerchenauer See lebt. „Das heißt aber nicht, dass ich konkret in diese Richtung arbeite.“ Will sagen: Die Karten liegen auf dem Tisch, sind aber bewusst noch offen. Eine Kandidatur für das OB-Amt wäre für Maget der einfachere und Erfolg versprechendere Weg. Und derjenige, auf dem er sich bestens auskennt, managt er doch seit 1993 als Vorsitzender der Münchner SPD die Wahlkämpfe für Christian Ude – und das immer sehr erfolgreich. Vom Rathaus aus leuchtet München fast schon traditionell rot. Für den Sozialpolitiker Maget zählen aber andere Argumente. „Wenn man sich in Bayern für die SPD entscheidet, tut man das nicht aus Karriere- sondern vor allem aus inhaltlichen Gründen“, sagt er, „da muss man manchmal auch mit Fragen auseinander setzen, die aussichtslos erscheinen.“
Als aussichtslos hat sich in Magets politischer Karriere vor allem der Versuch erwiesen, im Landtagswahlkampf 2003 Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) herauszufordern. Die Bayern-SPD rutschte mit ihm als Spitzenkandidat mit 19,6% auf ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegsgeschichte, während die CSU mit 60,7% eine satte Zweidrittelmehrheit einfahren konnte. „Eine der bittersten Niederlagen der Bayern-SPD“, nennt Maget diese Schlappe zwar, der Hobby-Fußballer beweist aber auch in dieser Frage Sportsgeist: Er würde es wieder tun und 2007 gegen Stoiber in den Ring steigen, wenn seine Leute das von ihm erwarten. „Ich bin jederzeit bereit, aber noch nicht fest entschieden“, sagt er und dann lächelnd: „Man kann sich das ja auch nicht immer selbst aussuchen.“ Eine gewisse Leidensbereitschaft gehört für den 52-jährigen Vater zweier erwachsener Kinder als SPD-Mann in Bayern einfach dazu. Aber er leidet mit Humor: Auf seine Homepage hat Maget ein paar der berühmt gewordenen Versprecher-Reden von Kontrahent Stoiber stellen lassen, über die er ebenso herzlich lachen kann wie über den Humor von Gerhard Polt oder der Biermösl Blosn. „Zu verbissen“, nennt er den Stil des Ministerpräsidenten, „natürlich hat seine Art auch Vorzüge, Stoiber ist ein Arbeitstier und lässt sich durch nichts von seiner politischen Aufgabe ablenken, aber auf der persönlichen Ebene zahlt er dafür doch einen sehr hohen Preis.“
Ganz anders der neben dem akkuraten Stoiber immer etwas verschmitzt-zersaust wirkende selbst ernannte Familienmensch Maget. Er geht auf die Menschen zu, zeigt freimütig ein Foto von seinem Sohn im Abituranzug auf dem Handy und hat eine besondere Vorliebe für laue Abende mit Weißbier und einem guten Buch auf der Terrasse. In Sachen Lebensfreude ähnelt er so eher dem stadtradelnden Christian Ude als dem Workaholic Stoiber, Kritiker bezeichnen ihn gerne als einfach zu nett.
Ob der „überzeugte Föderalist“ Maget schließlich tatsächlich im Münchner Rathaus landet oder noch einmal einen schwierigen Wahlkampf durch die Bierzelte und Wirtschaften des Freistaats antritt, bleibt abzuwarten, fest steht dagegen: Maget bleibt auch in Zukunft seiner Stadt treu, ihn zieht es nicht nach Berlin: „Ich bin gerne in München“, sagt er – und lacht freundlich in die Runde.

